Links: Selfie von Natascha
Heute haben wir zusammen mit Natascha, Sören und Susanne in den Leineauen Kräuter gesammelt. Es ist genau die richtige Zeit für Wildkräuter, Vogelbeobachtungen und Mairitterlinge. Neben den vielen Vögeln die wir hören und teils sehen konnten haben wir viele Kräuter gesammelt, wilden Meerrettich ausgegraben und auch Pilze entdeckt. Unsere Fundliste ist beim Naturgucker eingestellt.
An essbaren Pilzen haben wir den Mai-Ritterling (Calocybe gambosa) ausprobiert. Er wird auch Maipilz genannt und erscheint gleichzeitig mit der Apfelblüte. Uns schmeckt dieser Pilz sehr gut. Sein mehlartiger Geschmack gefällt aber nicht jedem, doch lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch, denn er ist sehr festfleischig und ergiebig. Die Fruchtkörper sind relativ kräftig, kompakt und festfleischig. Die weißliche bis cremefarbene Hutoberfläche ist wildlederartig und der Stiel ist ringlos. Die weißen Lamellen sind meist ausgebuchtet angewachsen. Typisch ist auch der mehlartige Geruch und Geschmack. Aufpassen musst du allerdings, dass du ihn nicht mit giftigen Riesen-Rötlingen oder Ziegelroten Risspilzen verwechselst. Beide haben kein weißes Sporenpulver. Mai-Ritterlinge findest du vor allem auf Rasenflächen in Laub- und Mischwäldern auf eher feuchten und nährstoffreichen Standorten, auch entlang der Wege und in Parkanlagen.
Wir haben die Maipilze erst einmal gemeinsam probiert und da wir alle begeistert von dem Aroma waren in eine Pilz-Wildkräuterpizza damit veredelt.
Gestartet haben wir zunächst allerdings erst einmal mit fritierten Trieben von Beifuß und Rainkohl sowie Foccacia und Kräuterdips, dazu hat uns Sören je einen Dip mit Knoblauchsrauke und einen mit Gundermann gerührt – beides ganz außergewöhnlich und lecker! Eine geniale Möglichkeit, den Geschmack der wilden Kräuter einzeln gegart auszuprobieren sind Mini-Quiches. Dazu hatte uns Susanne bereits einen Teig vorbereitet, so dass wir „nur noch“ die Kräuter zupfen und gehackt an die Creme geben mussten. Ausprobiert haben wir Meerrettich, Schafgarbe, Wegrauke, Feld-Ahorn, Knoblauchsrauke und Wiesenkerbel. Unser Favorit war die Schafgarbe – aber auch die anderen Kräuter hatten es in sich.
Unser Salat bestand nur aus unseren gesammelten Kräutern, als Basis diente Giersch, Feldsalat und Postelein. Dazu haben wir dann weitere Kräuter mit kräftigerem Geschmack gemischt. Ein absolutes Geschmackserlebnis war der Gundermann-Sirup auf Naturjoghurt zum Nachtisch. Dazu hat Sören die Triebe in Zuckerwasser (zu gleichen Teilen) ausgekocht, ziehen lassen und dann mit den gezupften Blüten veredelt. Ebenso lecker aber geschmacklich eher wie Honig war der Löwenzahnblütensirup – beides super einfache aber total leckere Möglichkeiten süße Gerichte und Getränke aufzupeppen. Experimentiert haben wir auch mit dem Gundermann-Sirup in Schweppes und Wasser, beides überraschend aromatisch und sehr zu empfehlen.
Fazit: Für uns war dieser Sonntag ein wunderschöner Tag voller Entdeckungen, in der Natur und ebenso beim Zubereiten und Ausprobieren – Geschmacksvielfalt und Genuss pur! Vielen Dank an euch, Natascha, Susanne und Sören! Und euch, die ihr dies lest, viel Spaß beim eigenen Ausprobieren und in der Natur.