Ein Wochenende im Reich der Pilze: Start der PilzCoach-Ausbildung – 28.- 29. März 2026

An diesem Wochenende startet die diesjährige PilzCoach-Ausbildung im Denkhaus Loccum. Gerade um diese Jahreszeit lohnt es sich, den Blick zu schärfen und den detektivischen Spürsinn zu aktivieren.

Auch ohne üppige Fruchtkörper bietet das Frühjahr eine faszinierende Welt voller Entdeckungen. Das Lebewesen Pilz ist nahezu überall präsent – verborgen als feines Myzel im Laub, durchziehend in morschen Baumstümpfen oder sichtbar in charakteristischen Mustern im Holz. Besonders eindrucksvoll sind die netzartigen Strukturen (Rhizomorphen) des Hallimasch. Auch Weiß- und Braunfäule begegnen uns: Das weißfaule Holz ist durch die Arbeit verschiedener Pilzarten so weich geworden, dass sich daraus kleine „Weißfäulebällchen“ formen lassen. Wir entdecken auch Baumpilze, die wir mit Feuerzeug und Lauge näher untersuchen. Während der Rotrandige Baumschwamm beim Erhitzen Blasen wirft, ist dies bei der Kruste des Zunderschwammes nicht der Fall. Bei ihm verfärbt sie sich mit Lauge rotbraun. Der Fenchelporling verrät sich sofort durch seinen intensiven, charakteristischen Duft. Diese und unsere weiteren Funde sind mit einigen Fotos beim NABU/naturgucker eingetragen. 

Am Nachmittag wird es praktisch und kreativ: Aus Birkenporlingen schöpfen wir Pilzpapier und experimentieren mit Zunderschwamm, um Funken aufzufangen. Zunderartikel aus traditioneller rumänischer Handwerkskunst, wie wir sie dabei hatten, könnt ihr bei Peter Karasch bekommen. Solche Baumpilze lassen sich auch in wundervolle „Zauberburgen“ verwandeln.

Am Sonntag geht es wieder in den Wald. Gleich zu Beginn finden wir auf dem Gelände Glimmer-Tintlinge und Teuerlinge. Im Wald stoßen wir neben den vielen „detektivischen“ Spuren auf Kiefern-Zapfenrüblinge, den sogenannten Malerpilz und einige winzige Arten, die wir später unter dem Stereomikroskop genauer untersuchen. Unsere Funde dokumentieren wir wieder mit einigen Fotos beim NABU/naturgucker.

Am Nachmittag stellen wir Pilzmodelle her, indem wir Zucht-Champignons mit Alginat und Gips abformen. Wer sich diese nicht selber herstellen möchte bekommt bei Thomas Müller auch sehr schöne wetterfeste aus Keramik.

Zum Vertiefen der besprochenen Themen empfehlen wir als Literatur zur Mykorrhiza „Die Weisheit der Wälder“, zur Waldwirtschaft „Der Holzweg“ und zu Pilzen allgemein Das geheimnisvolle Leben der Pilze: Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt No fungi no future: Wie Pilze die Welt retten können‚ sowie das  Buch von Merlin Sheldrake ‚Verwobenes Leben‘ und von Paul Stamets ‚Fantastische Pilze‘ – auch der Film „Fantastische Pilze“ hat tolle Aufnahmen und Animationen. Unser Interview mit Prof. Hannes Knapp könnt ihr hier anschauen. Wer tiefer in die Welt der Pilze eintauchen möchte, findet bei der NABU-/Naturgucker-Akademie eine kostenlose Online-Fortbildung

Fazit: Ein Wochenende voller Begeisterung und Austausch – Danke an alle Teilnehmenden für ihre Neugier und Freude an der Welt der Pilze sowie dem Team des Denkhauses für die gute Organisation und das leckere Essen. Wir freuen uns schon jetzt, wenn die Ausbildung in die nächste Runde geht und sich das Reich der Pilze hoffentlich in seiner ganzen Fülle zeigt.

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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