Krönender Abschluss der PilzCoach-Ausbildung in Nümbrecht – 27. März 2022

Am 26. und 27. März haben die Teilnehmer der PilzCoach Gruppe in NRW in der Biologischen Station Nümbrecht erfolgreich ihre Ausbildung beendet und ein Feuerwerk an Ideen rund um die Pilzwelt präsentiert. Wir danken Christine Wosnitza und Ines Pack für die Organisation und Begleitung während unserer drei Pilzwochenenden!

Melanie, Sandra und Gudrun haben ein Konzept für PilzCoach Junior und Kids erarbeitet.

Ähnlich wie es in vielen anderen Bereichen auch eine Auszeichnung für Kinder und Jugendliche zu Natur- und Sportthemen gibt (Frei, Fahrten, Jugend war das zu unserer Kinderzeit beim Schwimmen) wird es in Zukunft auch einen „Führerschein“ in das faszinierende Reich der Pilze geben. Dazu haben wir auch gemeinsam passende Spiele im Schlosshof ausprobiert. Moritz, unser „PilzCoach Junior“, hat uns das größte Lebewesen der Erde, den Hallimasch in vielen beeindruckenden Facetten nahe gebracht und eine Collage samt Moos, Pilze und Flechten präsentiert.

Von Winny konnten wir ein Frühstücksgedeck „Guten Morgen, schöne (Pilz)Welt!“ bewundern. Das Besteck bestand aus Griffen von Giraffenholz (Ahorn-Holzkeule), die Serviette aus Birkenporling, ebenso das Tüchlein zum Polieren des Bestecks und die Platzmatte, letztere effektvoll gefärbt mit Schopftintlings-Tinte. Der Serviettenring war aus Weißfäule, Naturharz und einem Härter in Form gebracht. Dazu gab es einen Kaffee zum Probieren aus geröstetem Chaga (Schiefer Schillerporling).

Mit Christina waren wir Feuer und Flamme für den Zunderschwamm, vom Erkennen mit Lauge, der Ernte über das Funkenschlagen bis zum Auffangen der Glut.

Ulrike hat uns ein ihr lustiges und lehrreiches Brettspiel mit Fragekarten „Hut ab“ vorgestellt, von dem wir nun alle hoffen, dass es von einem Verlag übernommen und produziert wird.

Claudia hat sich überlegt, wie den Kids mit einem Puppentheater das Lebewesen Pilz auch unter der Erde erlebbar gemacht werden kann. Am Beispiel des gefilzten Baumstammes samt unterirdischer Wurzeln und dem Myzel des Fliegenpilzes wird über Wollfäden in Perlenform das Austauschgeschäft „Zucker gegen Wasser und Nährsalze“ möglich. Anschließen hatte jede*r Teilnehmer*in die Möglichkeit sich mit der mitgebrachten Wolle und dem Filz-Equipment selber etwas zu filzen. Frank und ich haben uns ebenfalls einen Baum und Pilz samt unterirdischem Geflecht gebastelt.

Birgit hat uns in die Höhen und Tiefen der eigenen Pilzzucht in ihrem Haus und Garten entführt – es ist nicht immer alles so einfach wie es auf Papier geschrieben steht, doch immerhin gab es eine Ernte und wir sind gespannt, wie es mit den begonnenen Experimenten weiter geht.

Anke hat mit all ihren kreativen Ideen einen ganzen Tisch gefüllt und wir konnten viele tolle Ideen zum Nachmachen und Gestalten bewundern, angefangen von Kerzen über Merkmals-Fächer bis zu Holz-Spielfiguren, Pilz-Bowling, Lesezeichen aus Teefiltern, einer Pilz-Box mit umfangreichen Infos zu allerlei Themen, Pilze aus Wäscheklammern und Kästchen der Desinfektionsdöschen zu Merkmalskästen umgewandelt. Das Highlight war jedoch die Geschichte „Der kleine Pilz Myko – Wie der Pilz zu den Kindern fand“, der wir lauschen durften und die hoffenlich noch viele weitere Zuhörer finden wird.

Andrea hat uns ein geheimnisvoll beleuchtetes Pilz-Märchen aus Sicht eines Fliegenpilzes präsentiert. Mit Lena haben wir einen ganz neuen Blick auf die Möglichkeiten bekommen, Dämmstoffe und Beton durch mykologische Baustoffe zu ersetzten.

Simone hat uns mit dem Werdegang ihres Daumenkinos beeindruckt und zum Lachen gebracht. Dass es genial funktioniert könnt ihr hier anschauen.

Petra und Ingrid haben uns ein Brettspiel vorgestellt, bei dem es um die Zuordnung von Merkmalen, Glück beim Würfeln und Schnelligkeit beim Legen der Marken ging – eine gelungene Mischung aus Wissen, Zufall und sehr anregend für das „Fachsimpeln unter Gleichgesinnten“.

Und bei all diesen Themen blieb sogar noch Zeit für einen kleinen Rundgang um das Schloss. Unsere Funde sind beim Naturgucker eingetragen. Zum krönenden Abschluss hat uns Gudrun – stilvoll begleitet mit einer Langflöte – im Schlosshof ein Märchen zum Fliegenpilz erzählt.

Einige der vorgestellten Ideen werdet ihr in der Schatzkiste der DGfM finden, hier lohnt immer ein Blick, wenn ihr kreative Ideen für und mit Pilzen haben möchtet.

Wir danken allen Teilnehmer*innen für die lustige, informative und vielfältige Aufbereitung der Pilzthemen – und wünschen viel Spaß und Erfolg bei den eigenen Pilzaktionen als PilzCoach!

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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