Zeit für Winterpilze – 26. November 2021

Für Tiere und uns Menschen waren und sind Pilze eine gesunde Nahrungsergänzung in der Winterzeit, wenn die lange Dunkelheit und das fehlende frische Grün es dem Körper schwer machen, vital und gesund zu bleiben.

Außerdem liefern sie einen guten Grund, sich trotz Nass und Grau hinaus zu wagen – das alleine ist ein Fest für alle Sinne. Und es gibt den ganzen Winter über etwas zu entdecken, denn Winterpilze wie Samtfußrüblinge, Frost-Schnecklinge und Austernseitlinge haben nur auf den Frost gewartet, um Fruchtkörper zu bilden. Judasohren sind ganzjährig zu finden. Heute weiß man auch, wie gesund diese Delikatessen sind. Neben Vitamin D und Folsäuren enthalten sie viele Vitalstoffe. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) schätzt sie seit Jahren und auch hierzulande werden sie immer beliebter.

Die Hüte der Samtfußrüblinge sind leuchtend orangefarben und die Stiele zur Basis hin samtig und dunkler. Du findest sie meist büschelig wachsend auf Laubhölzern. Hier kannst du sie genauer kennenlernen. Nicht mit Gift-Häublingen verwechseln! Auch wenn diese üblicherweise nicht im Winter wachsen, so können sie in milden Phasen gelegentlich zu finden sein. Wenn du diese nicht kennst, schau dir dieses Video von uns an.

Austern-Seitlinge erinnern von ihrem Wuchs her tatsächlich an Muschelbänke. Sie wachsen auf totem Laubholz, gerne auf Buche. Hier stellen wir sie dir in einem Video genauer vor. Die Farbe ihrer Hüte variiert von graublau bis schwarzbraun und die Lamellen sind weiß. Du kannst sie auch im Handel kaufen.

Judasohren kennst du als Mu-Err im asiatischen Essen. Die gallertigen, ohrähnlichen Fruchtkörper gedeihen meist an totem Holunder. Sie lassen sich sehr gut trocknen – beim Sammeln auf frische Exemplare achten, da sie oft den ganzen Winter lang immer wieder aufquellen und eintrocknen. Dunkle Ränder verraten alte Fruchtkörper, die besser nicht mehr verwendet werden!

Den Chaga oder Schiefen Schillerporling kannst du jetzt wo das Laub fehlt, besonders gut entdecken. Ein Tee ist nicht nur lecker sondern hilft auch gesund über die nasse und kalte Jahreszeit zu kommen. Hier findest du dieses Video von uns.

Frost-Schnecklinge erkennst du an ihren gelblichen Lamellen und dem braunen, klebrigen Hut. Sie wachsen meist auf sandigen Böden in Symbiose (Mykorrhiza) mit Kiefern. Sie haben recht weiches Fleisch, aber einen angenehmen Geschmack.

Und wenn es dir nicht nur um den kulinarischen Aspekt geht, dann gibt es noch viel mehr zu sehen, wie bespielweise Winter-Helmlinge und Goldgelbe Zitterlinge.

Viel Spaß in der Natur und einen gesunden Winter wünschen dir

Rita und Frank

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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