Pflanzen am Ufer im Land der 1000 Seen – 14. Juli 2026

Die letzten Tage haben wir mit dem Floßboot vom Wasser aus erlebt und eine Landschaft erkundet, die von Schilf geprägt wird. Dort haben wir ein Video zu diesem spannenden Verlandungspionier gedreht und möchten euch hier noch ein paar Pflanzen dieses Lebensraumes vorstellen. 

Schilf gehört zu den wichtigsten Pflanzen der Seenlandschaft. Es schützt die Ufer vor Erosion, filtert Nährstoffe aus dem Wasser und bietet Brutplätze für viele Vogelarten. Vom Floß aus konnten wir beobachten, wie immer wieder Fische und Wasservögel zwischen ihnen verschwanden. Schilf bildet tatsächlich das Rückgrat eines ganzen Ökosystems und wurde seit Jahrhunderten vom Menschen genutzt – und es lädt zu Naturspielereien ein.

Hinter den ausgedehnten Schilfgürteln beginnt die faszinierende Welt der Verlandungszone. Hier treffen Wasser und Land aufeinander und schaffen einen ganz eigenen Lebensraum. Vom Floßboot aus konnten wir einige der Uferpflanzen entdecken, die wir bereits in eigenen Videos vorgestellt haben:

  1. Baldrian 
  2. Beinwell 
  3. Blutweiderich 
  4. Flatter-Binse 
  5. Gilbweiderich 
  6. Kalmus 
  7. Krebsschere 
  8. Mädesüß
  9. Seerose
  10. Sumpf-Schwertlilie
  11. Sumpfdotterblume
  12. Wasserdost
  13. Wasser-Minze
  14. Weiden

Besonders auffällig ist die leuchtend gelbe Sumpf-Iris, die im Frühjahr und Frühsommer farbenfrohe Akzente an den Ufern setzt. Ihre kräftigen Blüten sind schon von weitem sichtbar und machen sie zu einer der bekanntesten Pflanzen feuchter Standorte. Der Echte Baldrian lockt mit seinen zarten, hellrosa Blütenständen zahlreiche Insekten an. Viele kennen ihm vor allem als Heilpflanze, doch in der Natur ist er vor allem ein wichtiger Bestandteil artenreicher Uferlandschaften. Im Hochsommer zieht der Blutweiderich die Blicke auf sich. Seine kräftig purpurfarbenen Blütenkerzen ragen zwischen Schilf und Gräsern empor und bieten Nahrung für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. 

Die cremeweißen Blütenwolken des Mädesüß verströmen einen intensiven, süßlichen Duft. Schon früher wurde die Pflanze wegen ihres Aromas geschätzt und in Getränken sowie als Heilpflanze verwendet. An den feuchten Ufern der Müritz gehört sie bis heute zu den charakteristischen Begleitern des Sommers. Gemeinsam erzählen diese Pflanzen die Geschichte einer Landschaft im Wandel. Sie zeigen, wie aus offenen Wasserflächen nach und nach neue Lebensräume entstehen.

Fazit: Der Sommer bietet eine wundervolle Gelegenheit bei einer Abkühlung im Wasser auch einmal nach diesen Pflanzen Ausschau zu halten und wir wünschen euch viel Spaß bei euren Entdeckungen.

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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