Frühlingsexkursion im Taubertal: Orchideen, Weinberge und Naturentdeckungen – 15. bis 17. Mai 2026

Am vergangenen Wochenende haben wir gemeinsam mit den Kräuterpädagogen in Baden-Württemberg die Frühjahrsvegetation im Taubertal erkundet. Unser Wochenende begann am Freitag an der Holder Mühle bei Creglingen. Dort wurden wir von Brigitte und Luise herzlich mit Sekt und köstlichem selbstgemachtem Veilchen- und Quitten-Sirup empfangen.

Anschließend führte uns ein erster Ausflug beiderseits entlang der Tauber in die Natur. Nachdem wir beobachtet hatten, wie sich die Zackenschote entlang der Ufer ausbreitet, besuchten wir eine artenreiche Magerwiese. Danach wanderten wir auf einem wunderschönen Panoramaweg durch eine Landschaft ehemaliger Weinberge, die heute der Natur überlassen sind. Unterwegs entdeckten wir zahlreiche botanische Besonderheiten wie die Bocks-Riemenzunge, Kleines Waldvöglein, Heide-Günsel und Schwalbenwurz. Unsere Fundliste mit weiteren Fotos ist beim NABU/naturgucker eingestellt.

Am Samstag führte uns die Exkursion erneut in ein kalkreiches Gebiet in der Nähe von Creglingen. Auf einer Wacholderheide entdeckten wir zahlreiche Orchideen sowie weitere botanische Besonderheiten wie Bärenschote und Kreuzblümchen. Vom Wiesen-Bärenklau probieren wir die Blattstiele. Spannend war auch der Sternenschäuzer, ein Cyanobakterium, das einen merkwürdigen Belag auf der Straße bildete.

Einen kurzen Regenschauer überstanden wir gemütlich unter einer Scheune. Mittags wurden wir von Brigitte und Luise mit einem köstlichen wilden Essen verwöhnt. Frisch gestärkt besichtigten wir anschließend Brigittes zauberhaften Garten. Dort bewunderten wir unter anderem die Haferwurz, deren Milchsaft zunächst weiß erscheint und sich später orange färbt. Danach widmeten wir uns der genauen Bestimmung unserer Funde und betrachteten viele Details mit Stereomikroskopen und widmeten uns der Bestimmung.

Ein kleiner weiterer Ausflug in die Natur rundete den Exkursionstag ab. Besonders beeindruckend waren hier die Osterluzei sowie der Aronstab mit seiner raffinierten Kesselfalle. Auch diese Funde sind wieder mit Bildern beim NABU/naturgucker nachzulesen. Am Abend hörten wir einen spannenden Vortrag von Peter Mühleck über Orchideen und weitere Besonderheiten der Region. Dabei berichtete er auch von dem beeindruckenden Engagement „seiner“ Naturschutzgruppe Taubergrund e.V..

Am Sonntag führte uns Peter Mühleck in das Naturschutzgebiet Ackerberg-Ameisloh – eine Landschaft, die sich ebenfalls aus ehemaligen Weinbergen entwickelt hat. Besonders eindrucksvoll ließ sich dies an den gegenüberliegenden Hängen erkennen. Nach der Aufgabe vieler Weinberge wurden zahlreiche Hänge mit Fichten-Monokulturen aufgeforstet. Diese wirtschaftlich geprägten Wälder, die nur wenigen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten, verschwinden nun und die Natur erhält die Chance, sich erneut zu entfalten: so kann wieder eine vielfältige und ökologisch wertvolle Landschaft mit artenreichen Wiesen, Gehölzen und wertvollen Lebensräumen für zahlreiche Pflanzen, Pilzen und Tiere entstehen. Wir wandern bis zu den uralten Wacholderbäumen, die Peter uns zeigt. Hier erklärt er uns anschaulich, wie aufwändig es ist, diese wertvolle und strukturierte Landschaft durch zahlreiche Pflegeeinsätze zu erhalten.

Wir waren begeistert von der Fülle an Orchideen, entdeckten mehrere wunderschöne Schmetterlinge und genossen die sonnige Landschaft in vollen Zügen. An einer alten Weide entdecken wir einige frische Fruchtkörper vom Schwefelporling, die als „chicken of the woods“ gerne gegessen werden. Auch hier sind unsere Beobachtungen mit Bildern beim NABU/naturgucker eingetragen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen hatten wir außerdem die Gelegenheit, Luises wunderschönen Garten zu bestaunen. Den stimmungsvollen Abschluss unseres gemeinsamen Wochenendes bildete schließlich die Verkostung ihres besonderen Gins, der mit zahlreichen Kräutern aus dem eigenen Garten verfeinert wurde. So klangen diese erlebnisreichen Tage voller Naturentdeckungen in gemütlicher Runde aus.

Die Shirts und Produkte mit meinen (Ritas) gezeichneten Motiven, wie wir sie getragen haben, findet ihr hier und in diesem kurzen und auf andere Art in diesem Video erkläre ich wie das Anpassen auf die eigenen Bedürfnisse geht. Die Motive zum Download findet ihr hier

Fazit: Vielen Dank an euch alle, die diese sonnigen Tage voller Naturentdeckungen mit uns geteilt haben und mit so viel Begeisterung dabei wart. Brigitte, Luise und Claudia ein ganz herzliches Dankeschön für die wunderbare Organisation. Wir freuen uns jetzt schon darauf, im nächsten Jahr wieder gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen.

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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