Heute treffen wir uns mit Gudrun Zunke im Harz, um gemeinsam in die botanische Bestimmung einzutauchen. Unser Kurs findet im wunderschönen Bildungshaus der Heimvolkshochschule in Goslar statt.





Zum Einstieg widmen wir uns der Blüte eines Kreuzblütlers. Wir betrachten sie unter dem Stereomikroskop und dabei tauchen viele Fragen auf: Wie unterscheiden sich männliche und weibliche Blütenorgane? Worauf ist bei der Bestimmung zu achten? Diese und weitere Fragen begleiten uns durch den gesamten Kurstag. Zunächst bestimmen wir das Wiesen-Schaumkraut mit unserem Rätselpfades und schauen uns die typischen Merkmale dieser Pflanzenfamilie an: 4 Blütenblätter sowie die charakteristische Anordnung der 6 Staubblätter – vier lange und zwei kurze. Bei den Arten dieser Familie reicht ein Blick in die Blüte um sie eindeutig zuzuordnen. Bei einem Spaziergang durch den Garten des Bildungshauses entdecken wir zahlreiche Arten und schauen uns ihre Besonderheiten und Merkmale an:
- Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) – Kreuzblütler mit Schotenfrüchten
- Löwenzahn (Taraxacum officinale agg.) – bis 200 Blüten in einem Körbchen
- Giersch (Aegopodium podagraria) – Doldengewächs mit doppelt dreizähligen Grundblättern und 3-kantigem Blattstiel
- Gänseblümchen (Bellis perennis) – Korbblütler mit Röhren- und Zungenblüten
- Gundermann (Glechoma hederacea) – Lippenblütler mit besonders vielen ätherischen Ölen
- Wegrauke (Sisymbrium officinale) – schmackhafter Kreuzblütler mit kleinen gelben Blüten und dem Stängel anliegen Schotenfrüchten
- Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) – borstige Behaarung der Rosettenblätter
- Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata) – Zweikeimblättler mit parallel laufenden Blattadern
- Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) – quirlständige Blattstellung
- Sauer-Ampfer (Rumex acetosa) – weiblichen Blütenstand der zweihäusigen Pflanze angeschaut
- Schöllkraut (Chelidonium majus) – hier sogar eine Blüten mit ausnahmsweise 5 Blütenblättern
- Goldnessel (Lamium galeobdolon) – Lippenblütler mit verwachsener Blütenkrone und 4-teiligem Fruchtknoten (Klausenbildung)
- Brennnessel (Urtica dioica) – Blüten zweihäusig verteilt auf männliche und weibliche Exemplare
- Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) – Kreuzblütler mit herzförmigen Schötchen
- Rote Schuppenmiere (Spergularia rubra) – winziges Nelkengewächs im Rasen
- Quendel-Ehrenpreis (Veronica serpyllifolia) – kleine Art mit zartem Stängel und Blättern
- Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea) – Kamillen-Art ohne Zungenblüten
- Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) – Stängel mit 2 Haarleisten und gegenständigen Blättern
- Feld-Ahorn (Acer campestre) – essbare Blätter und Blüten
- Maiglöckchen (Convallaria majalis) – tödlich giftige Einkeimblättrige Pflanze
- Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) – leckerer Kreuzblütler mit rundlichen Grundblättern und spitzeren Stängelblättern
- Gewöhnliches Greiskraut (Senecio vulgaris) – Korbblütler einer Gattung, die sowohl Arten mit nur Röhrenblüten sowie auch Röhren- und Zungenblüten enthält, alle sind giftig
- Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella) – silbrige Blattunterseite als Überhitzungsschutz
- Hain-Veilchen (Viola riviniana) – Veilchen-Art mit hellem Sporn
- Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum) – Storchschnabelgewächs mit kleinen, ausgerandeten rosafarbenen Blütenblättern




Nach einem liebevoll zusammengestellten Buffet aus den mitgebrachten Köstlichkeiten widmen wir uns frisch gestärkt der Bestimmung der Goldnessel – diesmal mit dem Grundkurs. Am Beispiel der Schwanenblume schauen wir uns die Blütenentwicklung einer Blüte an – eine Übung aus unserem Online-Botanikkurs.
Faszinierend sind auch die Wachstumsspiralen, die sich beispielsweise in Korbblütlern erkennen lassen. Ihre Formen entsprechen den Bewegungsmustern von Planetenbahnen, wenn man deren Umläufe über lange Zeiträume sichtbar macht. Hartmut Warm beschäftigt sich mit diesen Zusammenhängen und zeigt, wie verschiedene Umlaufbahnen miteinander in Beziehung stehen. Daraus entstehen geordnete Muster, die sich auch in vielen anderen Bereichen der Natur beobachten lassen.

Fazit: Was für ein schöner botanischer Tag. Wir bedanken uns bei Ulrike vom Bildungshaus für die herzliche Atmosphäre, bei Gudrun für die gute Organisation und bei allen Teilnehmenden für ihre Neugier und Begeisterung. Wir wünschen euch weiterhin viel Freude beim Entdecken, Bestimmen und Erleben der Pflanzenwelt.




