Pilzfaszination in den Gödenrother Gärten bei PerNaturam – 19. bis 20. September 2026

Dieses Wochenende verbringen wir im Hunsrück in den Gödenrother Gärten bei PerNaturam, einem ganz besonderen Ort – geschaffen aus der Vision von Manfred Heßel. Ein Ort, der mehr ist als ein Stück gepflegte Natur. Es ist ein lebendiges Mosaik aus blühenden Pflanzen, summenden Insekten, bunten Farben und heilenden Düften. In dieser zauberhaften Umgebung tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Pilze.

Am Vormittag gehen wir uns zunächst auf dem zauberhaften Gartengelände auf Spurensuche. Im Holz betrachten wir uns die Demarkationslinien, wo sich die einzelnen Arten gegeneinander abgrenzen. Wir entdecken auch einige Flechten. Sie sind nicht nur Indikatoren für saubere Luft, sondern auch Beispiele für Kooperation in der Natur. Dies Lebensgemeinschaften aus Pilz und Alge und Bakterien erschließen gemeinsam neue Lebensräume, die keiner der Partner allein in dieser Form erobern könnte. Aus einem Stamm, den Pilze mit ihrem Wirken in eine weiche, weiße Masse verwandelt haben, formen wir „Weißfäulebällchen“. Dabei wird deutlich, wie intensiv Pilze am Umbau und an der Zersetzung von Holz beteiligt sind. 

Wie wir schon zuvor in der von Michael Joest entwickelten WebApp „Pilzwetter“ sehen, ist es hier im Boden sehr trocken. Entsprechend verhalten fällt das Wachstum der Fruchtkörper aus. Trotzdem können wir rund 25 verschiedene Arten entdecken, die mit einigen Fotos beim NABU/naturgucker notiert sind – darunter auch ein ganz frischer Klapperschwamm, der perfekt in Micas Körbchen passt. 

Zurück im wunderschönen Garten sortieren wir unsere Funde und bereiten aus dem Klapperschwamm einen Vitaltee zu. Außerdem verköstigen wir Kombucha, den ich mit Guaramá angesetzt habe, sowie Kakao mit Stachelbart und Tee aus Chaga, der auch Schiefer Schillerporling genannt wird. Wer sich intensiver mit Vitalpilzen beschäftigen möchte, findet bei der Gesellschaft für Vitalpilzkunde viele Informationen. Auch das Buch von Jürgen Guthmann ist eine empfehlenswerte Quelle zu diesem Thema.

Sonntag: Trotz Trockenheit gibt es viel zu entdecken

Am Sonntag geht es gleich morgens wieder hinaus in den Wald. Beim Ausschwärmen und Entlangwandern des leider ausgetrockneten Bachbettes und durch die angrenzenden Wälder machen wir trotz der Trockenheit einige schöne Funde, von den Mykorrhizapilzen finden wir Maronen-Röhrlinge, Rotfuß-Röhrlinge und einen Fliegenpilz. Die Erlen-Schillerporlinge beeindrucken uns nicht nur durch ihr Aussehen, sondern sind auch ausgezeichnete Färbepilze. Eine besondere Entdeckung ist die Ochsenzunge: ein Porling mit weichem Fleisch, der sogar essbar ist.

Auch bei den Zersetzern werden wir fündig. Wir entdecken Parasol, Anis-Champignon und Riesen-Champignon. Besonders faszinierend sind für uns die Leder-Täublinge. Ihre enorme Farbvariabilität beeindruckt uns ebenso wie die Lamellen, die mit zunehmender Reife der ockerfarbenen Sporen immer dunkler werden. Unsere neuen Arten dokumentieren wir wieder mit einigen Fotos und stellen sie beim NABU/naturgucker ein. Mittags begeistert uns Gudrun mit ihren fermentierten Köstlichkeiten – von Sauerkraut über Kimchi bis hin zu besonderer Chilisauce und weiteren besonderen Kreationen. Eine wunderbare Ergänzung zu dem köstlichen Essen vom Catering Auf Messers Schneide.

Nach dieser Stärkung geht es am Nachmittag wieder ans Sortieren unserer Funde und an die Zuordnung der verschiedenen Arten. Die Ochsenzunge bereiten wir gemeinsam als kleine Kostprobe zu. Am Ende entsteht eine vielfältige Ausstellung unserer Funde, die noch einmal zeigt, wie unglaublich reichhaltig selbst ein scheinbar trockener Wald sein kann.

Wenn ihr euch weiter mit Pilzen beschäftigen möchtet, findet ihr hier die Online-Kurse bei der NABU/naturgucker-Akademie. Zum Thema Mykorrhiza empfehlen wir „Die Weisheit der Wälder“ von Suzanne Simard. Zur Waldwirtschaft ist „Der Holzweg“ eine interessante Lektüre. Über Pilze allgemein bieten „Das geheimnisvolle Leben der Pilze: Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt“ und „No fungi no future: Wie Pilze die Welt retten können“ spannende Einblicke. Auch das Buch von Merlin Sheldrake „Verwobenes Leben“ beschäftigt sich eindrucksvoll mit der verborgenen Welt der Pilze. Von Paul Stamets stammt das Buch „Fantastische Pilze“. Auch der Film „Fantastische Pilze“ zeigt beeindruckende Aufnahmen und Animationen und macht die faszinierenden Lebensweisen der Pilze sichtbar.

Die T-Shirts mit den von mir (Rita) gezeichneten Naturmotiven findet ihr hier. Wie ihr die Motive individuell anpassen könnt, zeige ich in diesem kurzen Video und auf eine andere Art in diesem Video. Die Motive könnt ihr außerdem von unserer Seite downloaden.

Fazit: Was für ein inspirierendes Wochenende mit so vielen naturbegeisterten Menschen, die unsere Begeisterung für alles Lebendige teilen! In dieser traumhaften Umgebung erleben wir wieder einmal, dass es in der Natur immer noch etwas Neues zu entdecken gibt – selbst dann, wenn die Bedingungen auf den ersten Blick nicht besonders vielversprechend erscheinen. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Maria für die gute Organisation, an das Catering für das leckere Essen sowie an Manfred und das gesamte Team der Gödenrother Gärten für diesen zauberhaften Ort. Wir kommen gerne wieder!

Rita & Frank
Rita & Frank

Hallo, mein Name ist Rita,

seit meiner Kindheit bin ich gerne in der Natur unterwegs und mache dort unzählige kleine und große Entdeckungen. Die Faszination dieser unerschöpflichen Quelle von bunten Formen, spannenden Beobachtungen und leckeren Pflanzen und Pilzen treibt mich auch heute noch an. Das Biologie-Studium und meine anschließende Promotion mit Schwerpunkt Botanik hat mir einiges an Fachwissen gebracht, doch mich auch nahezu das Staunen und die Ehrfurcht und Demut vor der Schöpfung vergessen lassen – all dies und noch viel mehr habe ich wieder gefunden. Bei verschiedenen Bildungseinrichtungen biete ich Seminare zu Pflanzen und Pilzen an – inzwischen meist zusammen mit meinem Mann Frank. Außerdem male und fotografiere ich gerne was mich selber begeistert und baue dies in unsere Lehrmaterialien und Bücher ein, die ich zusammen mit Frank verfasse und gestalte.

Hallo, mein Name ist Frank,

Vögel haben mich bereits sehr jung fasziniert und seit meiner Jugend begeistere ich mich für Outdoor- und Survival-Aktivitäten, sei es mit dem Kanu in Kanada oder auf verschiedenen Wegen in Skandinavien. Als Zahntechniker ist dies auch ein guter Ausgleich zu meiner ansonsten eher „indoor“ stattfindenden Arbeit. Seit den nun fast 30 Jahren, die Rita und ich gemeinsam in der Natur unterwegs sind, habe ich einiges an Pflanzen- und Pilzkenntnissen hinzu gewonnen. Mein Part in unseren gemeinsamen Seminaren ist es, aufzupassen, dass es nicht zu „akademisch“ wird – und immer wieder allgemeine Fragen zu stellen und „die Bodenhaftung“ zu behalten. So ist aus unseren gemeinsamen Entdeckungen zum Beispiel die Ausbildung zum PilzCoach entstanden.

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