Heute sind wir mit Karin und Thomas Schmidt sowie einer Gruppe naturbegeisterter Menschen in einem wunderschönen Kalk-Buchenwald bei Eberholzen unterwegs. Gemeinsam entdecken wir die Vielfalt der heimischen Wildpflanzen, probieren die jungen Blätter von Giersch und Knoblauchsrauke und sammeln zahlreiche weitere Kräuter, Blüten und Blätter.



Die saftigen Blattstiele des Wiesen-Bärenklaus werden verkostet, während wir unterwegs auch verschiedene Hahnenfuß-Arten kennenlernen und über ihre Giftigkeit sprechen. Spannend ist auch die Zahnwurz, die dem Wiesen-Schaumkraut ähnelt und ebenso als Heil- und Küchenkraut Verwendung findet. Beim NABU/naturgucker ist die Liste der hier entdeckten Pflanzen sowie einige Tiere und Pilze dokumentiert.



Während unserer Wanderung sprechen wir auch über den besonderen Nährstoffgehalt vieler Wildpflanzen. Wildkräuter enthalten deutlich mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe als kultiviertes Gemüse. Wildkräuter werden seit Jahrhunderten nicht nur als Nahrung, sondern auch zur Stärkung und Unterstützung des Wohlbefindens genutzt – ein Wissen, das heute wieder zunehmend geschätzt wird. Am Beispiel einer Wiese sprechen wir darüber, dass nährstoffarme Wiesen meist deutlich artenreicher und ökologisch wertvoller sind als intensiv genutzte, überdüngte Flächen. Während auf mageren Wiesen viele verschiedene Wildkräuter, Blütenpflanzen und Gräser nebeneinander wachsen, dominieren auf stark gedüngten Flächen oft nur wenige Arten wie Löwenzahn oder einzelne Grasarten. Durch häufiges Düngen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und schwere Maschinen wird der Boden verdichtet und das natürliche Gleichgewicht gestört. Viele Wildkräuter verschwinden dadurch nach und nach – und mit ihnen eine wertvolle „wilde Salatschüssel“, die nicht nur für Insekten und andere Tiere wichtig ist, sondern auch für uns Menschen eine besondere Vielfalt an essbaren Pflanzen bereithält. Langfristig profitieren weder Natur noch Viehhaltung von solchen verarmten Wiesenlandschaften.




Am Picknickplatz an der Grillhütte angekommen, beginnen wir mit dem Sortieren und Bestimmen unserer gesammelten Kräuter. Anschließend wird gemeinsam vorbereitet, geschnippelt, gebacken, gezupft, gekocht, gemixt und liebevoll angerichtet. In kleinen Gruppen entstehen nach und nach verschiedene Köstlichkeiten, die schließlich zu einem farbenfrohen und abwechslungsreichen Kräuterbuffet von Kräuterbutter, über Salat, ausgebackene Blätter, Quark und einigem mehr zusammenfinden. Karin bringt zusätzlich zahlreiche Spezialitäten mit, die das Buffet bereichern und zum Probieren einladen.






Ein besonderes Highlight sind die „Baumblätterdelikatessen“, die wir aus jungen Blättern von Buche, Ahorn und Ulme probieren. Die zarten Blätter überraschen mit ihren feinen, unterschiedlichen Aromen und zeigen, wie vielseitig essbare Wildpflanzen sein können. Auf dem Buffet werden sie liebevoll als kleine Canapés angerichtet und ziehen mit ihrem frischen Grün sofort die Blicke auf sich. Nicht nur optisch sind sie eine Bereicherung – auch geschmacklich begeistern sie mit ihrer besonderen, mild-würzigen Note.
Fazit: Ein rundum gelungener Tag voller Genuss, Naturerlebnis und gemeinsamer Freude. Herzlichen Dank an Thomas und Karin für die wunderbare Organisation und die mitgebrachten Delikatessen. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden, die mit Begeisterung mitwirken und diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis machen.




