Dieses Wochenende verbringen wir mit unserer PilzCoach-Ausbildungsgruppe im Denkhaus Loccum. . Eine interessante Möglichkeit, die klimatischen und geologischen Voraussetzungen eines Gebietes einzuschätzen, bietet die von Michael Joest entwickelte WebApp „Pilzwetter“. Sie bestätigt, dass es die Bodenfeuchtigkeit in unserer Region aufgrund der anhaltenden Trockenheit tatsächlich gering ist. Es gibt derzeit nur wenige Fruchtkörper und sind wir sehr froh, dass die Teilnehmenden aus den verschiedenen Regionen einige spannende Arten mitbringen.



Gleich am Vormittag geht es hinaus in den Wald direkt am Seminarhaus. Unsere Funde sind insgesamt eher bescheiden, doch wenn so viele Pilzbegeisterte gemeinsam auf Pirsch gehen, gibt es immer spannende Entdeckungen. Das Thema an diesem Wochenende sind Speisepilze und das Färben mit Pilzen. Und tatsächlich finden wir sogar einige Steinpilze und Parasolpilze, die später unsere Küche bereichern. Als Färbepilze entdecken wir Grünblättrige Schwefelköpfe. Unsere Artenliste und einige Fotos tragen wir bei NABU/Naturgucker ein.



Am Nachmittag geht es um das Beizen der Wolle und Seide. Wir bereiten unser Färbegut mit Tonerdekaltbeize vor. Tierische Fasern eignen sich generell besser zum Färben als pflanzliche. Natürlich kommt auch die kulinarische Seite der Pilze nicht zu kurz. Wir beschäftigen uns mit dem Frischezustand und der richtigen Lagerung von Pilzen und schauen uns anhand der Verbraucherschutztafeln der DGfM an, woran sich frische Pilze erkennen lassen. Unsere gefundenen und mitgebrachten Speisepilze kommen über Nacht in den Kühlschrank. Außerdem probieren wir einen Vitalpilz, der Chaga (Schiefer Schillerporling) genannt wird, als Tee aus Brocken.


Aus unseren eigenen Funden und den mitgebrachten Arten stellen wir eine kleine Pilzausstellung zusammen. Die Pilze sortieren wir mithilfe der Begriffkarten von Barbara und Volker. Einige Gift- und Speisepilze schauen wir uns beim anschließenden Spiel noch einmal genauer an und ordnen sie auf unserem Poster ihren Eigenschaften zu.
Mit allen Sinnen in den Sonntag
Am Sonntagmorgen starten wir mit einem Tastspiel aus der Handreichung von Albin Huber. So schärfen wir den Tast- und Geruchssinn. Es ist erstaunlich, wie viel sich allein über Fühlen und Riechen wahrnehmen lässt. Danach geht es wieder hinaus in die Natur.






Auf einem Wiesenstück können wir sehr schön beobachten, wie sich die Wiesen-Stäublinge mit zunehmendem Alter verändern. Aus den zunächst festen Fruchtkörpern entsteht nach und nach eine staubende Sporenmasse. Anschließend führt uns unser Weg wieder in den Wald. Hier ist deutlich zu merken, dass vor allem die Mykorrhizapilze aufgrund der trockenen Bedingungen rar sind. Trotzdem machen wir einige interessante Funde. Besonders spannend sind die Kiefern-Braunporlinge, die wir in ganz unterschiedlichen Altersstadien entdecken und die wir zum Färben mitnehmen. Für die Küche finden wir außerdem einige Krause Glucken und Parasolpilze.








Spannend sich auch die Guttationstropfen an den Rotrandigen Baumschwämmen. Dabei gibt der Fruchtkörper überschüssige Flüssigkeit ab um weitere Nährstoffe aufzunehmen, die im Wasser gelöst sind und ihm sein Wachstum ermöglichen. Auch diese Funde tragen wir wieder bei NABU/Naturgucker zusammen und ergänzen die Artenliste mit einigen Fotos.



Am Nachmittag geht es ans praktische Arbeiten. Zunächst bereiten wir unsere Speisepilze zu und lassen uns die Funde gemeinsam schmecken. Parallel dazu färben wir die am Vortag gebeizte Wolle und Seide. Dafür verwenden wir die gesammelten Kiefern-Braunporlinge und Zimtfarbenen Weichporlinge. Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, welche Farben in den Pilzen verborgen sind. Zum Abschluss kann sich jede*r noch ein Pilz-Tattoo mitnehmen.
Fazit: Vielen Dank den Teilnehmenden für die eure Begeisterung, dem Team vom Denkhaus für das leckere Essen und den schönen Seminarort. Nun freuen wir uns auf unser Abschlusswochenende im November. Bis dahin wünschen wir euch viele schöne Pilzfunde und viel Freude in und mit der Natur!




